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Landesarbeitsgericht Hessen
Urteil vom 17. Juni 1999 - Az 14 Sa 1157/98

Arbeitszeugnis: Ohne gängige Floskeln gutes Zeugnis entwertet?

Eine Angestellte schied auf eigenen Wunsch aus der Firma aus und erhielt vom Arbeitgeber ein gutes Arbeitszeugnis, in dem allerdings keine der gängigen Schlussformulierungen stand: »Wir danken... für die gute Zusammenarbeit und wünschen ... für die Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.« Oder: »Wir bedauern sehr, dass ... bei uns ausscheidet ...« Die Angestellte bestand darauf, dass das Zeugnis um eine solche Floskel zu ergänzen sei - die Sache landete bei der Justiz.

Das Hessische Landesarbeitsgericht (LAG) verhalf der Angestellten zu einer Schlussformulierung (14 Sa 1157/98).
Bei guten und hervorragenden Beurteilungen sei der Arbeitgeber verpflichtet, eine dem Inhalt des Zeugnisses angepasste Schlussfloskel zu verwenden, um den übrigen Zeugnisinhalt nicht durch das Weglassen von Formulierungen zu entwerten, die im Arbeitsleben ganz einfach erwartet würden. Fehle eine solche Wendung, würde dies als negative Aussage über den Arbeitnehmer angesehen.

Im konkreten Fall habe der Arbeitgeber der ehemaligen Mitarbeiterin ein gutes Zeugnis ausgestellt: »... führte die ihr übertragenen Aufgaben immer zuverlässig und gewissenhaft zu unserer vollsten Zufriedenheit aus...« Deshalb müsse er nun die »von der Arbeitspraxis erwartete Fortsetzung der guten Bewertung« anfügen und sich für die gute Zusammenarbeit bedanken. Eine weitere Steigerung (»wir bedauern ...«) könne die Angestellte jedoch nicht beanspruchen - schließlich habe man ihr ein gutes, aber kein hervorragendes Zeugnis erteilt.

Alle Angaben ohne Gewähr