Über Work8.de haben sie die Möglichkeit sich über das Internet zu bewerben. Melden sie sich an, erstellen sie Bewerbungen und Schicken sie diese an die beworbene Stelle.

Login

 Einloggen
Sie sind hier:

Paragraph

Landesarbeitsgericht Mainz
10 Sa 977/05

Kündigung: Krankheitsbedingt

Hinweis:

Krankheitsbedingte Kündigungen haben enge Grenzen. Eine Kündigung wegen häufigen krankheitsbedingten Fehlens ist nur in sehr engen Grenzen zulässig.


Ein Gießereimechaniker hatte in den ersten vier Beschäftigungsjahren 256 Tage aufgrund verschiedener Erkrankungen und Arbeitsunfälle gefehlt. Der Chef kündigte ihm fristgerecht, da die Ausfälle zu erheblichen Betriebsbelastungen und Entgeltfortzahlungskosten führten. Bei dem Mitarbeiter sei zudem aufgrund häufiger Erkrankungen eine schlechte gesundheitliche Entwicklung zu erwarten, so der Arbeitgeber.

Der entlassene Arbeitnehmer zog vor Gericht und bekam recht. Häufige Kurzerkrankungen können zwar im Grundsatz auf eine ungünstige Entwicklungen des Krankheitsbildes hindeuten. Es bleibt aber zu berücksichtigen, dass Fehlzeiten aufgrund von Arbeitsunfällen sowie einmaligen Krankheitsursachen nicht für die Rechtfertigung einer negativen Zukunftsprognose herangezogen werden dürfen. Der Abzug solcher Fehlzeiten im vorliegenden Fall ergab, dass nur noch 78 der vormals 256 Tage als prognosefähige Ausfalltage übrig blieben. Diese ergeben einen jährlichen Durchschnitt von 19,5 Fehltagen.

Die Annahme außergewöhnlich hoher Entgeltfortzahlungskosten, die eine wirksame Kündigung rechtfertigen würde, ist jedoch erst bei einer Fehlzeit von sechs Wochen pro Jahr gerechtfertigt.

Alle Angaben ohne Gewähr